28. August 2014

Mein erster Schultag


Houdy!

Ich habe es geschafft, ich hatte meinen ersten Tag an der amerikanischen High School. Tatsächlich war er ja gestern, aber ich habe es einfach nicht mehr geschafft noch einen Post zu schreiben. Es ist wirklich unglaublich, aber Langeweile habe ich hier wirklich nicht. Nun fange ich mal damit an, dass die amerikanische High School wirklich exakt so ist, wie sie in vielen Filmen dargestellt wird. Es gibt "Gangs", die zusammen rumhängen, die Schule ist riesengroß, man sitzt in solchen Stühlen wo der Tisch gleich mit dran ist und die Lehrer haben alle ein eigenes Klassenzimmer, wo man sie finden auch meistens finden kann, wenn man sie braucht. Gestern Morgen sind wir eher losgefahren, weil ich noch Fächer wählen musste und es musste ein Schülerausweis erstellt werden...vergisst man diesen Ausweis muss man sich einen neuen machen lassen, das kostet dann aber etwas...Man braucht den neuen, weil man ohne Ausweis nicht in die Schule bzw. in die Klassenzimmer gelassen wird. Da ich Montag noch frei hatte, während aber alle anderen schon in der Schule waren, war es also Dienstagmorgen. Das Problem ist, das etwa jeder zweite Schüler am zweiten Schultag seine "Classes" wechseln will, deswegen war in dem Büro so einiges los. Als ich dann endlich vor meinem Counselor saß, hat sie nur gesagt: "Oh mein Gott, alle Klassen sind so gut wie voll." Trotzdem haben wir natürlich einen Stundenplan zusammengestellt. Er wurde heute noch zwei Mal geändert, aber das wird vorerst mein Stundenplan sein:

1. US History
2. US Government (1 Semester,
anschließend Psychology)
3. Algebra 2
4. Audio and Video Production
5.
English 3
6. Tech Theater
7. Physics

Das wir wirklich eine Ewigkeit im Büro gewartet habe, bin ich erst zur dritten Stunde in den Unterricht gegangen. Das was zunächst etwas unangenehm ist, dass man als Deutscher auch als Amerikaner durchgeht und man sich ganz normal in die Klasse setzt und niemand ahnt, dass man ein "komisches" Englisch spricht. Aber ich bin am Anfang der Stunde zu allen Lehrern gegangen, habe mich vorgestellt und gesagt das ich ein Austauschschüler aus Deutschland bin. Die Standartantwort war: "Wow, that's awesome!":D Dann haben das ja auch die meisten Schüler mitbekommen und alles war gut. Dem Unterricht konnte ich bis jetzt gut folgen, auch wenn es mir ziemlich schwer fällt zu reden. Wo ich recht wenig verstanden habe war heute US Government, keine Ahnung über was die geredet haben...aber ich bin mir sicher in ein paar Wochen werde ich keine Probleme mehr haben.

Jetzt möchte ich allgemein zu meiner High School schreiben. Also, sie gilt zwar nur als mittelgroß, aber es ist wirklich gigantisch. Es gibt 6 verschiedene Flügel: A-Hall; B-Hall; C-Hall; D-Hall; G-Hall und F-Hall, außerdem gibt es eine zweite Etage. Die Schule hat ein Stadion und 2 Sportplätze, außerdem ein riesengroßes Theater!!! Es gibt 2 riesige Speisesäle. Die einzelnen Flügel sind zwar ausgeschildert, aber mir reichen die 5 min, die man Zeit hat um zum nächsten Klassenzimmer zu finden, nicht aus. Zum Glück bietet mir meistens jemand an mich zum Klassenzimmer zu bringen, oder ich frage jemanden nach dem Weg. Wenn man zu spät kommt hat man ein Problem, aber dazu gleich mehr. Die einzelnen Klassen bestehen aus etwa 15-30 Schülern, je nachdem wie viele Sitzplätze im jeweiligen Zimmer vorhanden sind.

Ich hatte heute meinen zweiten Schultag und konnte schon sehr viele Unterschiede zur deutschen Schule feststellen. So kann man aus über 100 Kursen einen Stundenplan zusammenstellen und diesen auch einmal ändern (Bei mir war er eine Ausnahme, meine Counselorin hatte einen Fehler gemacht, deswegen wurde er zwei Mal geändert und er wird wahrscheinlich noch einmal geändert, weil ich ins Schwimmteam möchte, aber den Coach noch nicht getroffen habe). Dazu kommt das man jeden Tag dieselben Stunden hat. Zum Stundenklingeln schließen die Lehrer die Türen und wer dann noch nicht da ist, muss sich im Office einen Zettel holen, nur mit diesem Zettel kann man nach Stundenklingeln in die Klasse gehen. Wenn man, ich glaube, 4 solche Zettel hat, muss man samstags zur Schule kommen und nachsitzen. Wenn man sein Handy benutzt, wenn es nicht erlaubt ist, (manche Lehrer erlauben es; beim Lunch ist es erlaubt, wenn man es lautlos hat; man darf auf den Gängen Musik hören, allerdings nur mit einem Kopfhörer im Ohr) wird es einem weg genommen und man muss 15$ bezahlen um es wieder zu bekommen. Jeden Morgen kommt mitten im Unterricht eine Durchsage, die man überall hört und man wird aufgefordert den "Pledge of Allegiance" zu leisten. Das ist der Schwur auf die amerikanische Flagge und die Vereinigten Staaten. (Die Durchsage beinhaltet diesen Schwur) In meiner Klasse sind alle aufgestanden und haben ihre Hand auf's Herz gelegt, und einige haben auch mitgesprochen. Anschließend wurde der Schwur auf Texas geleistet. Ich bin auch aufgestanden, aber habe den Schwur nicht geleistet, vielleicht mache ich das nächstes Mal, den Text kenne ich nämlich :D Beim Lunch muss man sein Essen in einem der Speisesäle einnehmen und darf auch nicht wieder heraus, bis zum Klingeln. Die Schule hat einen eigenen Polizisten, ich glaube der wechselt täglich, und er geht herum und schaut nach dem Rechten. Außerdem hat die Schule eine Krankenschwester. Außerdem gibt es einen strengen Dress Code, so dürfen Mädchen keinen Ausschnitt tragen und die Schultern müssen immer bedeckt sein, Miniröcke, "zerrissene" Jeans etc. sind nicht gestattet. Jungs müssen Hosen tragen, die mindestens das Knie erreichen.
Das klingt alles ziemlich hart, aber es geht eigentlich. Die meisten Lehrer sind wirklich cool und die Zimmer sind echt modern. Die Lehrer können mit einer Kamera und einem Beamer auf die Wand übertragen, was sie gerade auf dem Blatt ausfüllen etc. Das ist echt praktisch, die Lehrer können schnell auf Papier schreiben und es muss auch nie einen Tafel gewischt werden. Da man jede Stunde mit anderen Leuten zusammen kommt, gibt es natürlich kein Klassenbuch und auch niemanden der evtl. die Tafel wischen muss oder kehren soll, das wird alles gemacht.

Alles in Allem ist die amerikanische High School wirklich sehr aufregend, mich freut es, dass ich in ein paar Klassen schon ein paar Leute kennengelernt habe, die mir auch immer helfen, wenn ich Hilfe brauche. Das ist wirklich eine wunderbare Eigenschaft an den Schülern, oft bieten sie von sich selbst aus ihre Hilfe an...das ist eine Eigenschaft die viele Deutsche nicht haben. Lunch esse ich immer mit meinem Gastbruder zusammen und heute habe ich auch das erste Mal den Schulbus nach Hause genommen :) Der Gang im Bus ist total schmal, dafür sind die Sitze umso breiter, aber man muss die Beine beinahe anhocken, weil kein Platz nach vorne ist. Aber zum Glück fahren wir nur etwas mehr als 10 Minuten.

Zum Schluss noch ein paar ganz allgemeine Dinge: Ich bin jetzt erst ein paar Tage hier, aber verstehe jetzt schon mehr als am Anfang. Damit meine ich nicht, dass ich neue Wörter gelernt habe, sondern das ich die Leute, die ja doch schnell sprechen, meistens verstehe. Außerdem wird es mit dem sprechen auch langsam besser. Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich mich bald gut verständigen kann.

Das wäre es von meiner Seite, ich weiß nicht genau wann ich mich das nächste Mal melden werde, aber sicherlich bald :)

Bis dahin!

Sonnige Grüße aus Texas!

Eddy

PS: Ich entschuldige mich dafür das ich keine Bilder habe, aber ich hatte einfach keine Zeit um Bilder zu machen, wenn ich welche gemacht habe, werde ich sie hochladen :)

Kommentare:

  1. Das klingt alles verdammt cool. Was machst du bei dem Schwur? Bleibst du da einfach sitzen?
    Wenn man überlegt in meiner Schule gibt es noch Klassenzimmer die nur overhead projectors haben. Respekt für den technischen Fortschritt dort.
    Viel Spaß weiterhin.
    Ich freu mich auf den nächsten Blog-Post.
    Liebe Grüße Sophie

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    1. Hallo Sophie :) Ich stehe mit den anderen auf, weil sitzenzubleiben wäre wirklich respektlos, aber ich lege meine Hand nicht auf's Herz. Nur weiß ich nie was ich stattdessen mit der Hand machen soll, deswegen kratze ich mich meistens an der Schulter :D Ja, die Schule ist wirklich modern eingerichtet, hätte ich so auch nicht erwartet.

      Liebe Grüße, Eddy

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